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Künstliche Intelligenz hat als sog. General Purpose Technology (GPT) die besten Voraussetzungen dafür, den Treiber für die sechste Lange Welle (umgangssprachlich Kondratjew-Zyklus) zu bilden. Das geht aus einem Bericht hervor, den der Wirtschaftswissenschaftler Walter Scherrer kürzlich verfasst hat. Als Lange Wellen werden Wirtschaftszyklen mit einer Dauer von 40–50 Jahren bezeichnet.

Der Aufsatz von Prof. Scherrer ist unter dem Titel “Artificial Intelligence as a trigger for an upcoming “long wave” of economic development – and why economic policy should care about this” in der Schriftenreihe des AF Instituts erschienen (Working Paper 2020/02). Registrierte User können das PDF kostenlos downloaden.

Fundamentaler Wandel

GPTs lösen einen fundamentalen Wandel im Wirtschaftsleben aus, unterstreicht Scherrer. Österreich profitiert überdurchschnittlich von Künstlicher Intelligenz, hebt der Salzburger Universitätsprofessor hervor.

Technologieimport führt zu Wissenstransfer

Aus wirtschaftspolitischer Sicht sei sei der Import von KI-Technologien (Wissenstransfer) besonders wichtig. Der Wissenstransfer stärkt bestehende Unternehmen und beflügelt neue Sektoren genauso wie die öffentliche Verwaltung. Lerneffekte stärken die österreichische Wirtschaft. AI ist sozusagen der logische nächste Schritt nach der Digitalisierung.

48% Wachstum

Verschiedenste Studien gingen von einem exponential starkem Wachstum des KI-Marktes aus. So prognostiziere eine Untersuchung bis 2025 ein jährliches KI-Wachstum von 48%, führt Scherrer aus.

Österreich profitiert besonders stark

Kleine, offene Volkswirtschaften wie Österreich profitieren besonders stark von dieser Technologie. Verglichen mit anderen Ländern profitiert Österreich überdurchschnittlich stark von Künstlicher Intelligenz. Bei cleverer Nutzung von KI-Technologien würde sich die Bruttowertschöpfung in Österreich verdoppeln, so Scherrer. Da Risken von neuen GPTs nie ganz geklärt sind, ist der ethische Umgang mit Künstlicher Intelligenz besonders wichtig.

KI für hohe Dienstleistungsqualität

Die Implementierung von KI-Anwendungen im öffentlichen Sektor und für die Erbringung von Dienstleistungen, die aus öffentlichen Quellen finanziert werden (z.B. im Gesundheitssektor), sei unerlässlich, um eine hohe Dienstleistungsqualität zu gewährleisten, die allgemeine wirtschaftliche Effizienz zu verbessern und damit das Wirtschaftswachstum zu fördern, betont Scherrer. Beispiele für solche KI-bezogenen Know-how-Importe ließen bereits vielversprechende Ergebnisse erwarten.